Anwaltskosten - Anwaltskanzlei

Rechtsanwaltskosten

Wer bezahlt eigentlich meinen Anwalt? Diese Frage beschäftigt natürlich jeden Mandanten, hält ihn möglicherweise zu seinem eigenen Nachteil sogar davon ab, rechtlichen Rat einzuholen.
Diese Seite soll eine erste Antwort auf Ihre Fragen geben.

1.) Höhe der Kosten
Die Kosten bemessen sich grundsätzlich nach dem sog. Gegenstandswert der Tätigkeit. Eine Zahlungsklage über 1.000 € hat einen ebenso hohen Gegenstandswert, für eine Ehescheidung ist das dreifache, gemeinsame monatliche Nettoeinkommen anzusetzen, für eine Kündigungsschutzklage das Vierteljahresbruttoeinkommen usw. Anhand dieses Wertes und unter Berücksichtigung der jeweiligen anwaltlichen Tätigkeit werden dann die Kosten ermittelt. Bei einer gerichtlichen Tätigkeit kommen die Gerichtskosten hinzu sowie etwaige Kosten für Zeugen, Sachverständige usw.

Fragen Sie mich einfach, damit Sie den ungefähren Kostenbetrag kennen. Je nach Fallgestaltung empfiehlt sich vielleicht eine Gebührenvereinbarung, die pauschal oder auf Basis eines Stundenhonorars ausgestaltet sein kann.

2.) Wer zahlt?
Grundsätzlich der Auftraggeber, also Sie. Aber es gibt zahlreiche Ausnahmen.

Die komfortabelste ist eine eintrittspflichtige Rechtsschutzversicherung. Diese über-nimmt i.d.R. sämtliche Kosten abzüglich eines etwaigen Selbstbehaltes und einiger Ne-benkosten. Allerdings gibt es Rechtsgebiete, die durch den Versicherungsschutz nicht abgedeckt sind. Erfreulich ist, dass einige Versicherungsgesellschaften jetzt auch Rechtsschutz in familienrechtlichen Angelegenheiten anbieten. Daneben halte ich einen angemessenen Versicherungsschutz für unverzichtbar, wenn man Arbeitnehmer, Mieter oder/und Autofahrer ist. Gerne ermittele ich für Sie bei Ihrer Versicherung, ob Kostenschutz besteht.

Wenn Ihre Einkünfte nach dem Abzug bestimmter Belastungen eine gewisse Grenze nicht überschreiten, besteht zudem die Möglichkeit, Beratungshilfe oder Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe zu bekommen. Dies ist insbesondere in Familiensachen, Ehescheidungen usw. häufig der Fall, da etwaige Unterhaltszahlungen und Belastungen durch gemeinsame (Gebäude)darlehen etc. berücksichtigt werden. Entscheidend ist also nicht, was Sie verdienen, sondern was nach den abzugsfähigen Belastungen noch im Portemonnaie ist. Hiernach bestimmt sich auch, ob Sie Rückzahlungen in Form von Raten vornehmen müssen. Auch dieser Fragestellung können wir uns gerne widmen, bevor ein Verfahren eingeleitet wird.

3.) Wann muss der Gegner alles zahlen?
Eine auch außergerichtliche Verpflichtung, die Anwaltskosten des Gegners zu tragen, ergibt sich oft aus den Gesichtspunkten des Verzuges oder der unerlaubten Handlung. Wenn Sie also etwa schuldlos in einen Verkehrsunfall verwickelt wurden, wird die gegnerische Versicherung meine Kosten zahlen, meine Tätigkeit wäre dann für Sie kostenfrei. Auch wenn eine anwaltliche Tätigkeit nötig wird, weil der Gegner mit einer Leistung in Verzug gekommen ist, ist stets darauf zu achten, dass er auch die Kosten des Anwaltes trägt.

Bei gerichtlichen Verfahren trifft das Gericht eine dem Ausgang des Verfahrens entsprechende Kostenentscheidung. Grundsätzlich trägt derjenige die Kosten, der verliert. Hierbei handelt es sich um einen Kostenerstattungsanspruch, das heißt, der Gegner muss die von Ihnen aufgewandten Anwaltskosten später erstatten. Aus dem gerichtlichen Kostenfestsetzungsbeschluss können Sie notfalls die Zwangsvollstreckung betreiben.

Ausnahmen hierzu bestehen etwa im Arbeitsrecht. Dort trägt in der ersten Instanz jeder seine Kosten selbst. Bei Ehescheidungen werden die Kosten gegeneinander aufgehoben, das heißt, jeder bezahlt seinen eigenen Anwalt und trägt die Hälfte der Gerichtskosten. Allerdings werden auch hier die Kosten gegebenenfalls durch eine Rechtsschutzversicherung oder im Rahmen von Prozess- bzw. Verfahrenskostenhilfe übernommen.